Atomino in Italien
1 Die Originalserie
Die italienische kommunistische Tageszeitung L' Unita wurde 1924 von Antonio Gramsci gegründet und erscheint bis heute. Von 1962 bis 1965 enthielt sie eine auf einem Druckbogen montierte, achtseitige, wöchentliche Beilage für Kinder namens Il Pioniere dell' Unita. Darin erblickte, neben anderen Comics, die Comicfigur Atomino, geschrieben vom Kinderbuchautor Marcello Argilli und gezeichnet von Vinicio Berti, in der Titelzeile und auf der Rückseite das Licht der Welt. Für die Sammler gab es extra hergestellte großformatige Jahreumschläge aus Papier (siehe nebenstehendes Bild).Pro Ausgabe wurden ein bis eineinhalb Seiten abgedruckt, in der Regel längere Fortsetzungsgeschichten. Das ergab folgende Veröffentlichungshistorie:
| Il Pioniere | Geschichte | Band (I) | FRÖSI-Nachdruck |
| 1-28/1963 | Le avventure di Atomino | 1 | Atominos Abenteuer |
| 1-23/1964 |
Le disavventure di Atomino Atomino in Fabrica |
3 | Der unverstandene Atomino |
| 32-51/1964 | Atomino in vacanza | 6 | Atominos Ferien-Abenteuer |
| 6-28/1965 | Atomino perde il cuore | 5 | Atomino verliert sein Herz |
| 30-40/1965 | Atomino turista | - | Atomino als Tourist |
| 49/1965-21/1966 |
Atomino contro Brutik Online-Version |
2 | - |
| 22/1965-29/1966 | Atomino e il caro micino | 4 | Atomino und die Katze Mizzi |
| 30-37/1966 | Atomino Show | - | - |
| 40-49/1966 | Atomino sul pianeta rosa | - | - |
Das nicht nachgedruckte längere Abenteuer "Atomino gegen Brutik" lag der FRÖSI-Redaktion ebenfalls vor und war bereits komplett aus dem Italienischen übersetzt worden - es ist unklar, warum es nie erschien.
2 Die Nachdrucke
Ab 1968 wurden die Geschichten in sechs quadratischen Heften ("Alben" wäre etwas zuviel gesagt) bei der Società editrice Morano in Neapel nachgedruckt. Die Geschichten wurden dafür in mehrerer Hinsicht neu bearbeitet: Erstens erhielten sie eine großflächige Kolorierung, ähnlich wie zuvor in der FRÖSI. Zweitens wurden die ehemals hochformatigen Seiten verkleinert und dem neuen Format angepasst. Dabei fielen die Titelpanel weg, die jede Folge ursprünglich hatte, Szenen wurden erheblich gekürzt oder ganz weggelassen; dabei war viel zeichnerische Überarbeitung nötig, die vermutlich von Vinicio Berti selbst ausgeführt wurde.Die Bände erschienen im Frühjahr 1968 in vierzehntägigem Abstand. Sie enthielten Werbung für die jeweils anderen Hefte und andere Produkte des Verlages, außerdem war innen ein kleines schwarz-weißes "Magazin" für Kinder namens "Il Giornalino di Atomino" eingeheftet, das Rätsel, Comic Strips und politisch linke Beiträge für Kinder enthielt. Warum die Serie eingestellt wurde, ist unklar.
Die Tabelle oben zeigt, welche Geschichten nachgedruckt wurden. Es existiert ein Sammelband aller sechs Ausgaben vom selben Verlag (Erscheinungsdatum unbekannt).
3 Die zweite Serie
Drei Jahre nach Ende der ersten Serie erlebte die Figur eine Wiederauferstehung auf der Kinderseite der Frauenzeitschrift Noi Donne, wo von 1969 bis 1974 weitere Serien von Atomino, zunächst in einer ebenfalls "Pioniere" betitelten heraustrennbaren achtseitigen Beilage, jeweils auf der Vorder- und Rückseite und diesmal in Farbe erschienen, später auf der ins Heft integrierten "Seite für Kinder".Die Auflistung auf dieser Webseite ist unvollständig, wie das nebenstehende Bild aus "Atomino und der Fakir" belegt, was dort nicht auftaucht, und was die Grundlage für das erste Atomino-Piccolo der FRÖSI bildete. Da keine sonstigen bisher belegbar sind, muss anhand der Serientitel angenommen werden, dass es sich dabei sowohl um neue Serien als auch um Wiederholungen handelt. Neben dem Fakir als Piccolo könnten auch weitere in der FRÖSI nachgedruckt worden sein, zumal das Format der "Seite für Kinder" auffällig einigen FRÖSI-Folgen ähnelt. Eine Beispielfolge daraus fand sich im Netz:
