Angeregt durch den FRÖSI-Beilagen-Index habe ich die verschiedenen Jahrgänge, die ich aktiv als FRÖSI-Redakteur miterleben und mit gestalten durfte, noch einmal durchgeblättert. Und dabei kamen mir Erinnerungen, die ich Euch … mehr als 20 Jahre danach … mitteilen will … falls es Euch interessiert. Und falls nicht … klickt einfach weg. Ich war von 1974 bis 1990 Redakteur beim Pioniermagazin (ab 1990 Kindermagazin) FRÖSI, verantwortlich für Beilagen, Rätsel, Knobel-Aufgaben und Aktionen … und das waren die 15 schönsten Arbeitsjahre meines Lebens.
Frank Frenzel
Betrifft: FRÖSI 2/81
Für das Repro-Zentrum im GGV Dresden waren 3-D-Zeichnungen der reinste Horror, was dazu führte, dass unsere Grafiker bereits einen Monat vor den normalen Heftunterlagen liefern mussten.
Es handelte sich um Strichzeichnungen in schwarz, die einen Transparentdecker hatten. Auf dem Transparentpapier waren die einzelnen zu verschiebenden Ebenen farbig nachgezeichnet … z.B. ROT 3 mm nach links, GRÜN 5 mm nach links, GELB 2 mm nach rechts und BLAU 6 mm nach rechts.
Im Reprozentrum wurden nun entsprechend viele Aufnahmen von der Konturenzeichnung gemacht und auseinandergeschnitten, dann neu nach Vorgabe des Transparent-Deckers montiert. Und die durch die Verschiebungen fehlenden bzw. überstehenden Striche mussten von Hand ergänzt oder abgedeckt werden … eine Puzzle-Arbeit für geschickte Frauenhände. Und so gab es im Reprozentrum auch nur eine Kollegin, der diese Fummel-Arbeit zugetraut wurde.
Die neu montierten Zeichnungen wurden später in ROT und BLAU übereinander gedruckt, wodurch dann beim Betrachten durch die Brille der 3-D-Effekt entstand.
Im Heft 2/81 aber war alles anders. Waltraud Peters, eine Bekannte von mir, die als Fotografin arbeitete und zufällig in unserem Haus wohnte, trieb irgendwo eine alte 3-D-Kamera auf. Dieser Apparat verfügte über zwei Objektive, die im Augenabstand (6,5 cm) zwei Negative belichteten. Zum Betrachten der Schwarz-Weiß-Fotos benötigte man eine Spezial-Brille.
Und nun kamen wir auf die Idee, dass der 3-D-Effekt eigentlich auch entstehen müsste, wenn wir ein Foto in ROT und eines in BLAU übereinander drucken. Also probierte das unsere Druckerei im Andruck aus … und es klappte tatsächlich.
Der Beweis dafür findet sich in Heft 2/81 auf acht Innenseiten. Gemeinsam mit Frau Peters war ich tagelang in Berlin unterwegs, um viele 3-D-Fotos von Sehenswürdigkeiten, Brunnen und Denkmälern zu machen.
Um den vollen 3-D Effekt zu erreichen war es natürlich notwenig, dass wir immer darauf achteten, einen wirklichen Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund zu haben.
Und so kam es dann erstmals, dass wir unsere 3-D-Beilage nicht vier Wochen vor dem Heft-Abgabe-Termin an die Druckerei übergeben mussten.
Horst Pohle (Chef des Reprozentrums) und sein Team waren uns sehr dankbar dafür.
Auch in den Folge-Jahren griffen wir noch mehrfach auf diese Kamera zurück, aber auch gezeichnete 3-D-Bilder kamen weiterhin zum Einsatz.
Frank Frenzel lebt in Berlin und ist als freiberuflicher Mediengestalter tätig. Lest auch seinen Online-Blog "Emmy und Walther erklären die Welt".